Mietzinsreduktion berechnen: Welche Werte du brauchst und wie gerechnet wird
Wie stark dein Mietzins sinken kann, hängt von vier Grössen ab: dem Referenzzinssatz, auf dem dein Mietzins beruht, dem aktuellen Satz, deinem Nettomietzins und der Teuerung seit der letzten Festsetzung.
Zuletzt geprüft:
Wie viel Mietzinsreduktion ist möglich?
Der Referenzzins-Effekt hängt davon ab, um wie viele Viertelprozent-Stufen der aktuelle Satz unter dem Satz liegt, auf dem dein Mietzins beruht. Pro Stufe beträgt er 2.91 % des Nettomietzinses:
| Senkung des Referenzzinssatzes | Senkungsanteil |
|---|---|
| 0.25 Prozentpunkte | 2.91 % |
| 0.50 Prozentpunkte | 5.66 % |
| 0.75 Prozentpunkte | 8.26 % |
| 1.00 Prozentpunkte | 10.71 % |
Warum nicht 3 %? Eine Erhöhung um 0.25 Prozentpunkte berechtigt bei Sätzen unter 5 % zu einer Mietzinserhöhung von höchstens 3 % (Art. 13 Abs. 1 VMWG). Bei einer Senkung ist der Mietzins «entsprechend herabzusetzen» – also so, dass eine Erhöhung um 3 % wieder aufgehoben würde. Der Senkungsanteil ist deshalb 3 ÷ 103 und entsprechend für mehrere Stufen.
Welche Werte du brauchst
- Aktueller Referenzzinssatz
Derzeit 1.25 %, gültig seit 2. September 2025 (Referenzzinssatz aktuell).
- Massgebender bisheriger Referenzzinssatz
Der Satz der letzten Mietzinsfestsetzung – aus dem Mietvertrag oder einer späteren Anpassung (so findest du ihn).
- Nettomietzins
Der Mietzins ohne Heiz- und Nebenkosten. Nur er wird angepasst.
- Datum und LIK-Stand der letzten Festsetzung
Für die Teuerung braucht es den Landesindex der Konsumentenpreise (BFS) zum Zeitpunkt der letzten Mietzinsfestsetzung und den zuletzt publizierten Stand – auf derselben Indexbasis.
Die Rechnung Schritt für Schritt
Referenzzins-Effekt
Anzahl Viertelprozent-Stufen zwischen bisherigem und aktuellem Satz bestimmen. Senkungsanteil = Erhöhungssatz ÷ (100 + Erhöhungssatz), bei zwei Stufen also 6 ÷ 106.
Teuerung gegenrechnen
LIK-Veränderung seit der letzten Festsetzung berechnen: (Index neu ÷ Index alt − 1). Davon zählen höchstens 40 % (Art. 16 VMWG).
Kostensteigerungen berücksichtigen
Belegte Mehrkosten für Gebühren, Versicherungen oder Unterhalt kann die Vermieterschaft geltend machen (Art. 12 VMWG). Ohne ihre Zahlen bleibt dieser Teil offen.
Verrechnen und runden
Beide Anteile werden auf den bisherigen Nettomietzins gerechnet, in Franken auf 5 Rappen gerundet und zusammengezählt.
Beispiel in Franken
Praxisbeispiel (fiktiv)
Nettomietzins CHF 1'450.00, Basis 1.50 %, neuer Satz 1.25 %
Fiktive Werte. Der LIK ist seit der letzten Festsetzung um 1.20 % gestiegen.
- 1. Referenzzinssatz
- Eine Stufe: 2.91 % von CHF 1'450.00 = CHF 42.25
- 2. Teuerung
- 40 % von 1.20 % = 0.48 % von CHF 1'450.00 = CHF 6.95
- 3. Kosten
- Keine belegten Kostensteigerungen bekannt
- 4. Ergebnis
- Mögliche Senkung CHF 35.30 pro Monat – neuer Nettomietzins CHF 1'414.70
Eine pauschale Rechnung «2.91 % weniger» hätte hier CHF 42.25 ergeben. Mit der Teuerung ist die mögliche Senkung deutlich kleiner.
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Warum eine pauschale Prozentrechnung nicht genügt
- Falscher Ausgangssatz: Massgebend ist die letzte Mietzinsfestsetzung, nicht zwingend der Mietvertrag.
- Teuerung: Sie kann einen grossen Teil der Senkung aufwiegen, besonders wenn die letzte Festsetzung lange zurückliegt.
- Kostensteigerungen und Vorbehalte: Belegte Mehrkosten oder ein früher angebrachter Vorbehalt der Vermieterschaft (Art. 18 VMWG) verringern die Senkung.
- Sonderfälle: Für indexierte oder gestaffelte Mietzinse, luxuriöse Wohnungen und geförderte Wohnungen gelten andere Regeln (Übersicht).
Das Ergebnis einer Berechnung ist deshalb ein mögliches Senkungspotenzial – keine Garantie. Wie du die Senkung anschliessend verlangst, erklärt Mietzinsreduktion in der Schweiz.
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